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Aurelius Augustinus wurde am 13. November 354 n. Chr. in Thagaste/Numidien geboren, war also Nordafrikaner. Jene Region war zu dieser Zeit Teil des weströmischen Reiches, wie auch sein Vater römischer Provinzbeamter war. Aurelius wurde nicht nur im Geiste römischer Kultur erzogen, sondern insbesondere durch seine Mutter Monnica mit dem Christentum vertraut gemacht, welches im Imperium längst schon toleriert und unter Kaiser Theodosius (379-395 n. Chr.) zur offiziellen Staatsreligion erhoben worden war. Auf Betreiben seiner Mutter hatte sich Aurelius zwar schon in jungen Jahren mit den Schriften des Neuen Testaments befasst, doch schreckte ihn die rigide Strenge christlicher Moral ab, und er fühlte sich von der seines Erachtens ungelehrten Sprache der Bibel zurückgestoßen. Dank eines begüterten Gönners war es Augustinus ermöglicht, sich in der Provinzhauptstadt Karthago dem Studium von Philosophie und Rhetorik zu widmen, derweil er sich einem lästerlichen Triebleben hingab. Geldmangel zwang ihn zum Studienabbruch, nach Hause zurückgekehrt trieb er sein Unwesen als Mitglied einer Jugendbande, bis er neuerlich in Karthago ein Jurastudium aufnehmen durfte, welches er diesmal zu einem Abschluss bringen konnte. Nachdem er sich eine Zeitlang mit nur mäßigem Erfolg in Karthago und Rom als Lehrer für Rhetorik versucht hatte, ging er nach Mailand, wo neuerdings der Kaiser residierte, und avancierte an dessen Hof dank bester Beziehungen (u. a. zu einflussreichen Manichäern) zum offiziellen Redner imperialer Herrschaft. Wir würden ihn heute als den Pressesprecher des Kaisers bezeichnen.